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Onboarding während der Corona-Krise: Wie arbeiten Unternehmen neue Mitarbeiter ein?

Onboarding remote

The Adecco Group führte im Mai 2020 eine Studie zum Thema „New Era of Work“ durch. Wir fragten 1000 Büroangestellte aus Unternehmen in 8 verschiedenen Ländern, wie die Corona-Pandemie ihre Sicht auf ihr Arbeitsumfeld oder die Beziehung zu ihren Vorgesetzten verändert hat und wie zukünftige Anforderungen an ihre Fähigkeiten aussehen könnten. Das Ergebnis: Knapp drei Viertel (74 %) der Arbeitnehmer halten eine Mischung aus Büroarbeit und Home-Office auch in Zukunft für die beste Lösung. Die rapide vorangetriebene Digitalisierung in den Unternehmen wird weitgehend begrüßt. Die meisten Arbeitnehmer (69 %) stellen sich darauf ein, ihre digitalen Fähigkeiten stetig weiterauszubilden.

Die Mitarbeiter haben sich mit der Situation arrangiert und sehen sogar Vorteile darin. Aber was bedeuten diese Veränderungen für das Onboarding neuer Mitarbeiter, das nun remote stattfindet? Erfahrungsgemäß scheitern neue Arbeitsverhältnisse meist nicht an mangelnden fachlichen Fähigkeiten, sondern eher an zwischenmenschlichen Problemen. Wie aber kommen gute soziale Beziehungen zustande, wenn man seine Kollegen nicht persönlich trifft?

1. Der Schlüssel zum Erfolg: Preboarding

Eine Kündigung vor dem Arbeitsantritt ist keine Seltenheit: Knapp 30 % aller Arbeitnehmer treten die neue Stelle nicht an, obwohl sie den Vertrag schon unterzeichnet haben. Geben Sie deshalb dem zukünftigen Kollegen schon im Voraus das Gefühl, sich für das richtige Unternehmen entschieden zu haben. Schicken Sie eine Willkommens-E-Mail mit wichtigen Informationen (Angaben zu Kontaktpersonen, Unternehmensleitbild sowie Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten) und vielleicht sogar einen Blumenstrauß oder Schokolade. Wichtig: Alle Preboarding-Schritte sollten immer zu Ihrem Unternehmen passen und seine Philosophie sowie den Umgang der Mitarbeiter untereinander – von traditionell bis locker – reflektieren.

2. Schaffen Sie die erforderliche technische Infrastruktur

Informieren Sie Ihren neuen Mitarbeiter vorab darüber, wie der Einstieg ablaufen wird. Stellen Sie sicher, dass er rechtzeitig zum Arbeitsbeginn das vollständige Equipment sowie alle erforderlichen Zugänge und Unterlagen zur Verfügung hat. Der Arbeitsplatz im Büro sollte bereits organisiert sein – auch wenn noch nicht feststeht, ab wann er benutzt werden kann. Wenn möglich, machen Sie zusammen mit dem Mitarbeiter einen virtuellen Rundgang durch Büroräume und Kaffeeküche. So verstärken Sie sein Gefühl, willkommen zu sein.

3. Bauen Sie Vertrauen auf – vom ersten Tag an

Die persönliche Komponente spielt in diesen Zeiten eine wichtigere Rolle denn je. Überhäufen Sie Ihren neuen Kollegen nicht gleich am ersten Tag mit verantwortungsvollen Aufgaben. Machen Sie deutlich, dass Sie in den ersten Wochen keine acht Stunden produktiver Arbeit pro Tag erwarten und dass reichlich Zeit für eine stressfreie Einarbeitung vorhanden ist. Jetzt ist auch eine gute Gelegenheit, noch offene Fragen zu klären und die Kollegen kennen zu lernen – am besten in einem Videochat, in dem sich alle Teammitglieder kurz vorstellen. Außerdem sollten Sie einen erfahrenen Kollegen als Mentor einsetzen, der dem Neuankömmling jederzeit mit Rat und Tat beiseite steht. Holen Sie regelmäßig Feedback von Ihrem neuen Mitarbeiter ein: Entspricht der Arbeitsinhalt seinen Vorstellungen? Gibt es eventuell Verbesserungswünsche?

4. Erprobt und bewährt: Der Wochenplan

Da der neue Mitarbeiter seinen Kollegen momentan nicht bei der Arbeit über die Schulter schauen kann, sollte für die ersten Wochen ein fester Stundenplan erstellt werden. Gestalten Sie das Onboarding möglichst divers: Selbstständiges Lernen sollte sich immer mit Teammeetings und One-on-One-Training-Sessions abwechseln. Zwischendurch kann der Lernplan immer mal wieder durch gemeinsame virtuelle Kaffeepausen oder Spiele aufgelockert werden. Übertragen Sie dem neuen Kollegen kleine Aufgaben, die er problemlos selbstständig erledigen kann. Das steigert sein Selbstbewusstsein und fördert das Teamgefühl.

Der persönliche Eindruck ist für das Aufbauen von Beziehungen natürlich unersetzlich. Trotzdem gibt die Corona-Krise vielen Unternehmen die Chance , ihre Onboarding-Prozesse zu überdenken und neue, kreative Ansätze zu finden.

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