Beschleunigtes Re-Skilling in Europas Autoindustrie: ACEA und die Adecco Group präsentieren neue Analyse
13.01.2026
Brüssel/Zürich, 13. Januar 2026 – ACEA (Europäischer Automobilherstellerverband) und die Adecco Group (SIX: ADEN), das weltweit führende Talent- und Technologieunternehmen, haben heute den umfassenden neuen Bericht „The Race to reskill: Speeding up the European automotive workforce transition“ vorgestellt, der die dringende Transformation der europäischen Arbeitskräfte in der Automobilindustrie aufzeigt und umsetzbare Lösungen für Arbeitgeber:innen, politische Entscheidungsträger:innen und regionale Ökosysteme liefert.
Die Analyse bewertet die Bereitschaft verschiedener Regionen innerhalb des gesamten europäischen Automobilökosystems. Der Übergang zu Elektrifizierung und die zunehmende Digitalisierung verändert die Anforderungen an die Kompetenzen grundlegend: Die Nachfrage nach Expert:innen in Bereichen wie Software-Engineering, Batterietechnologie und fortschrittliche Datenanalyse steigt rapide an.
Bis 2035 wird sich der Sektor deutlich in Richtung hochqualifizierten Ingenieurs-, IT- und Managementpositionen entwickeln. Gleichzeitig zeigt sich ein Paradoxon: Während der Bedarf an mittleren und niedrigen Qualifikationsprofilen – wie klassischen Handwerksberufen z.B. Metallbauer– strukturell zurückgeht, leidet die Industrie aufgrund von Nachbesetzungen und einer alternden Belegschaft aktuell unter einem akuten Fachkräftemangel in genau diesen Bereichen.
Die Studie identifiziert eine zentrale Schwachstelle: Es gelingt bisher kaum, den strategischen Qualifikationsbedarf in lokale, umsetzbare Personalpläne umzusetzen. Das Personalmanagement in vielen regionalen Ökosystemen agiert überwiegend reaktiv, was zu erheblichen internen Ineffizienzen und einem erhöhten Risiko unnötiger Entlassungen führt. Obwohl Unternehmen bereits neue Lehrpläne entwickeln, werden operative Elemente oft vernachlässigt. Der Bericht nennt wesentliche „blinde Flecken“:
- Ungenutzte Produktionspausen: Unternehmen versäumen es, unvermeidliche Produktionsverschiebungen und Ausfallzeiten für strategische Umschulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen zu nutzen.
- Isolierte Ökosysteme: Regionale Interessengruppen, Weiterbildungsanbieter und Unternehmen arbeiten isoliert voneinander, was die Schaffung einer einheitlichen, nachfrageorientierten Talentpipeline verhindert.
- Kulturelle Hürden/veraltete Denkweisen: Es wird nicht ausreichend Wert daraufgelegt, die Arbeitsplatzkultur anzupassen und robuste Mentoring- und Outplacement-Systeme zu integrieren, um Arbeitnehmende beim Übergang in neue Positionen zu unterstützen, was bei Mitarbeitenden oft zu Unsicherheit führt.
- Regionale Unterschiede: Die Auswirkungen auf die Beschäftigung sind in Europa sehr unterschiedlich. In Regionen in Süddeutschland, Mittelböhmen, der Westslowakei und Westschweden wird ein Rückgang der Beschäftigung in der Automobilindustrie prognostiziert, während in Nordspanien ein Wachstum zu erwarten ist.
„Der Wandel von Verbrennungsmotoren zu Elektrofahrzeugen ist weniger eine Evolution als vielmehr eine vollständige Transformation der Belegschaft, und dieser Wandel vollzieht sich mit hoher Geschwindigkeit“, sagt Denis Machuel, Chief Executive Officer der Adecco Group. „Unsere Ergebnisse zeigen deutlich: das größte Hindernis ist nicht der Mangel an Ausbildungsinhalten, sondern die operative Umsetzung. Wenn die Industrie und die Politik nicht von einer reaktiven Personalbeschaffung zu einer proaktiven, regional koordinierten Personalplanung übergehen, riskieren wir sowohl Fertigungskapazitäten als auch Millionen qualifizierter Arbeitskräfte. Der Wettlauf hat begonnen, aber wir müssen unsere Geschwindigkeit in die richtige Richtung lenken.“
„Der Wandel in der europäischen Automobilindustrie ist eine Herausforderung für das gesamte Ökosystem in Bezug auf Industrie, Qualifikationen und Wettbewerbsfähigkeit. Um Wertschöpfungsketten, Arbeitsplätze und Innovationen in Europa zu erhalten, ist ein langfristiger Ansatz erforderlich, der Regionen, Industrie und Bildung durch branchenbezogene Lösungen miteinander verbindet“, fügte Sigrid de Vries, Generaldirektorin der ACEA, hinzu. „Diese wegweisende Analyse liefert umsetzbare Empfehlungen für den Übergang von reaktiven Maßnahmen zu einer proaktiven Personalplanung. In der nächsten Phase muss der Schwerpunkt auf der Skalierung von Initiativen liegen, die echte Wirkung zeigen können – wie beispielsweise die Automotive Skills Alliance –, um Arbeitnehmende durch lebenslanges Lernen zu stärken und die regionale Zusammenarbeit zu intensivieren, damit keine Region beim ökologischen und digitalen Wandel zurückbleibt.“
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, stellt der Bericht das Automotive Skills Implementation Toolkit vor, eine Reihe praktischer HR-Lösungen und politischer Maßnahmen, die für die unmittelbare Anwendung vor Ort konzipiert sind. Das Toolkit fordert:
- Unternehmen in der Automobilbranche auf, in eine strategische und proaktive Personalplanung zu investieren, flexibles Lernen zu fördern und Schulungen in produktionsfreien Zeiten zu konzentrieren sowie in einen kulturellen Wandel zu investieren, um die interne Mobilität zu fördern.
- Regionale Ökosysteme, den Schwerpunkt der Finanzierung von der Erstellung redundanter Ausbildungslehrpläne auf den Konsum bedarfsorientierter, hochwertiger Ausbildungsangebote und die Unterstützung klarer Übergänge zwischen verschiedenen Arbeitsplätzen zu verlagern.
- Nationale und EU-Politiker:innen dazu auf, eine überregionale Koordination und politische Stabilität sicherzustellen, um langfristige Investitionen der Industrie in Kompetenzen wie lebenslanges Lernen und einen einfachen Zugang zu Förderprogrammen für Arbeitnehmende und Unternehmen zu ermöglichen.
Ziel dieser Initiative von ACEA und der Adecco Group ist es, den europäischen Automobilsektor mit seinen 13 Millionen Beschäftigten wettbewerbsfähig und resilient für eine emissionsfreie, digitale Zukunft aufzustellen.
Weitere Informationen und den vollständigen Bericht finden Sie hier.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Pressestelle der Adecco Group
Jürg Schneider
Leiter Externe Kommunikation, Adecco Group
media@adeccogroup.com
Tel.: +41 (0) 79 876 09 21
Über die Adecco Group
Die Adecco Group ist das weltweit führende Unternehmen im Bereich Talent- und Technologieexpertise. Unser Ziel ist es, die Zukunft für alle Menschen gestaltbar zu machen. Mit unseren drei globalen Geschäftseinheiten – Adecco, Akkodis und LHH – in 60 Ländern ermöglichen wir Menschen eine nachhaltige und lebenslange Beschäftigungsfähigkeit, liefern digitale und technische Beratungslösungen, um den Wandel voranzutreiben, und befähigen Unternehmen, ihre Belegschaft zu optimieren. Die Adecco Group geht mit gutem Beispiel voran und setzt sich für die Förderung nachhaltiger Beschäftigungsfähigkeit und die Unterstützung widerstandsfähiger Volkswirtschaften und Gemeinschaften ein. Die Adecco Group AG hat ihren Hauptsitz in Zürich, Schweiz (ISIN: CH0012138605) und ist an der SIX Swiss Exchange (ADEN) kotiert. www.adeccogroup.com
Über den Europäischen Automobilherstellerverband (ACEA)
Der Europäische Automobilherstellerverband (ACEA) vertritt die 17 größten in Europa ansässigen Hersteller von Pkw, Transportern, Lkw und Bussen: BMW Group, DAF Trucks, Daimler Truck, Ferrari, Ford of Europe, Honda Motor Europe, Hyundai Motor Europe, Iveco Group, JLR, Mercedes-Benz, Nissan, Renault Group, Stellantis, Toyota Motor Europe, TRATON GROUP, Volkswagen Group und Volvo Group. www.acea.auto
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