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DEUTSCHER ARBEITSMARKT: FAMILIENFREUNDLICHKEIT FEHLANZEIGE?

  • Nur 5 Prozent der Stellenausschreibungen erwähnen Familienfreundlichkeit
  • Wissenschaft und Bildung ist familienfreundlichste Berufsgruppe
  • Konkrete Maßnahmen zur Familienfreundlichkeit werden kaum genannt

Düsseldorf, 28. Mai 2019: Rund acht Millionen Paare mit Kindern und fast drei Millionen Alleinerziehende leben aktuell in Deutschland. Vielen davon stellt sich früher oder später die Frage: Wie gut lässt sich mein Beruf mit dem Familienleben vereinbaren? Noch nie waren junge Frauen so gut ausgebildet wie heute. Um dieses Potenzial nutzen zu können, muss der Arbeitsmarkt Anreize schaffen. Dazu gehört, die Arbeitsbedingungen für Mütter, Väter und Alleinerziehende zu verbessern, indem Betreuungsangebote, Vaterschaftsurlaub oder Sonderurlaub angeboten werden. Generell sollten Arbeitgeber den Bedürfnissen junger Eltern flexibler begegnen, um sie an das Unternehmen zu binden.

Ein Blick auf den deutschen Stellenmarkt im Rahmen des aktuellen Adecco Stellenindex zeigt, welche Berufsgruppen sich wirklich durch das Benefit der Familienfreundlichkeit auszeichnen und wie hoch der Anteil an konkreten Maßnahmen ist. Dafür hat Adecco mehr als 3,6 Mio. Stellenanzeigen aus dem Zeitraum Mai 2018 bis April 2019 genau analysiert.

Wissenschaft und Bildung: eine familienfreundliche Berufsgruppe

Zunächst fällt auf, dass nur fünf Prozent aller Stellenanzeigen auf das Thema Familienfreundlichkeit eingehen. Dies sind nur 180.000 Stellenanzeigen von 3.600.000 Anzeigen insgesamt. Mit zwölf Prozent führt die Berufsgruppe Wissenschaft und Bildung das Ranking rund ums Thema Familienfreundlichkeit an. Wissenschaftliche Mitarbeiter, Dozenten und Professoren können am ehesten eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf erwarten. Den zweiten Platz belegen Gesundheits- und Sozialberufe mit elf Prozent. In dieser, nach wie vor von Frauen dominierten Berufsgruppe ist abzusehen, dass viele Arbeitgeber bereits die Wichtigkeit von familienfreundlicheren Arbeitsbedingungen für die Fachkräftegewinnung erkannt haben.

Auf Platz drei folgen Berufe im Rechts- und Steuerwesen mit neun Prozent. Vom Steuerfachangestellten über den Steuerberater bis hin zum Volljurist – viele Arbeitgeber versprechen hier familienbewusste Arbeitsmodelle.

Überraschend: In Anzeigen für den Bereich Sekretariat und Verwaltung, wo ebenfalls ein hoher Anteil an weiblichen Mitarbeitern vorhanden ist, wird Familienfreundlichkeit in nur sechs Prozent der Anzeigen thematisiert, was nur leicht über dem Durchschnitt von fünf Prozent liegt.

Undankbares Gewerbe: Gastronomie bleibt ungeeignet für Familien

Wie zu erwarten: In nur zwei Prozent der Anzeigen für Jobs im Gastgewerbe wird Familienfreundlichkeit versprochen. Seit jeher gilt die Gastronomie als „undankbares Gewerbe“, unter anderem wegen der Arbeitszeiten. Nachtschichten sowie Feiertags- oder Wochenendeinsätze sind hier keine Seltenheit und verhindern Ausflüge mit der Familie oder gemeinsame Besuche bei Verwandten.

Konkrete Maßnahmen werden kaum umgesetzt

Noch seltener sind konkrete Angaben zu unterstützenden Maßnahmen bzw. Angeboten. Kinderbetreuung in Form eines Betriebskindergartens oder andere Betreuungsangebote werden insgesamt in nur 0,6 Prozent (rund 21.000) der Anzeigen erwähnt. Auch hier sind es vor allem Bewerber im Bereich Gesundheit und Soziales sowie Wissenschaft und Bildung, die von dem Angebot profitieren können. Mitarbeitern der IT-Branche steht das Betreuungsangebot mit 0,8 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich oft zur Verfügung. Noch seltener bieten Unternehmen einen Betreuungs- bzw. Kita-Zuschuss an (0,3 Prozent). Die, die es tun, gehören wieder hauptsächlich zur Gesundheitsbranche, gefolgt vom Bereich Consulting & Beratung, IT- und technischen Berufen.

Die absolute Ausnahme bilden derzeit noch Angebote für Eltern-Kind-Büros (0,1 Prozent der Anzeigen). Der Wissenschafts- und Bildungsbereich nimmt hier erneut die Vorreiterrolle ein mit einem Anteil von 0,8 Prozent. Aber auch in der IT-Branche gibt es bereits Angebote für diese spezielle Büroform (0,2 Prozent).

Aber auch in anderen Bereichen der Joblandschaft, z. B. für Berufe im handwerklichen, technischen oder logistischen Bereich, die im Normalfall eher selten in den Genuss von familienfreundlichen Arbeitszeiten und anderen Angeboten kommen, gibt es Lichtblicke. Beim Thema Genehmigung von Sonderurlaub aus familiären Gründen liegt beispielsweise das Handwerk ganz vorne (7 Prozent der Anzeigen), dicht gefolgt von Transport und Logistik (6 Prozent).

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Pressekontakt The Adecco Group

Philipp Schmitz-Waters
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Die Adecco Group ist in Zürich (Schweiz) ansässig. Die Adecco Group AG ist in der Schweiz registriert (ISIN: CH0012138605) und an der SIX Swiss Exchange (ADEN) notiert. Die Gruppe stützt sich auf acht Leitmarken: Adecco, Modis, Badenoch & Clark, Spring Professional bzw. DIS AG, Lee Hecht Harrison, Pontoon, Adia, YOSS und General Assembly.

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